Baby 8 Monate schläft nicht durch – Ursachen & sanfte Unterstützung
- Denise Schindler

- 15. Dez. 2025
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Jan.
Inhaltsverzeichnis
Warum dein Baby mit 8 Monaten häufig nicht durchschläft
2.1. Das Nervensystem ist noch unreif
2.2. Entwicklungsschübe und neue Fähigkeiten
2.3. Trennungsangst als bindungspsychologisches Thema
5 sanfte Möglichkeiten, wie du dein Baby beim Schlaf unterstützen kannst
4.1. Vorhersehbarkeit statt starrer Routinen
4.2. Dein Baby beim Einschlafen begleiten
4.3. Den Tagschlaf liebevoll und individuell betrachten
Dein Baby ist 8 Monate alt – und die Nächte sind (wieder) unruhig?
Vielleicht wacht dein Baby häufig auf, möchte gestillt, getragen oder einfach nur deine Nähe spüren. Und vielleicht fragst du dich leise: „Müsste mein Baby nicht langsam durchschlafen?“
Die ehrliche, wissenschaftlich fundierte Antwort lautet: Nein.
Und das ist nicht nur „okay“, sondern aus entwicklungspsychologischer Sicht absolut sinnvoll.
Das Wichtigste in Kürze
Mit 8 Monaten ist nächtliches Aufwachen völlig normal
Durchschlafen ist kein Reifezeichen und kein Entwicklungsziel
Schlaf entwickelt sich in Wellen, nicht geradlinig
Nähe in der Nacht fördert Sicherheit und Regulation
Du kannst dein Baby sanft unterstützen – ohne Druck, ohne Training
Was bedeutet „durchschlafen“ bei deinem Baby eigentlich?
Vielleicht überrascht dich das:
In der Schlafforschung gilt ein Baby bereits als „durchschlafend“, wenn es 5–6 Stunden am Stück schläft – und das auch nur, wenn die Eltern es nicht bewusst wahrnehmen.
Studien zeigen:
Viele Babys wachen auch nach dem ersten Geburtstag mehrmals pro Nacht auf
Dieses Aufwachen sagt nichts über die Qualität des Schlafes aus
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen frühem Durchschlafen und späterem „gutem Schlaf“
👉 Wichtig ist also nicht, ob dein Baby aufwacht, sondern wie es wieder in den Schlaf findet – und dabei braucht es oft noch deine Unterstützung.

Diese Infografik zeigt die häufigsten Gründe, warum ein Baby mit 8 Monaten nicht durchschläft – von Gehirnentwicklung bis Trennungsangst.
Warum dein Baby mit 8 Monaten häufig nicht durchschläft - 5 Gründe
Gehirnentwicklung - Das Nervensystem deines Babys ist noch unreif
Mit 8 Monaten ist das Schlaf-Wach-System deines Babys noch in Entwicklung.
Der Wechsel zwischen den Schlafzyklen gelingt vielen Babys nur mit Nähe, Bewegung oder Stillen.
In meiner Arbeit als Babyschlafberaterin erlebe ich häufig, dass Eltern denken, ihr Kind sei „schon zu alt dafür“ – dabei ist genau das altersgerecht.
Große Entwicklungsschritte brauchen bei Babys Verarbeitung
Zwischen dem 7. und 9. Monat passiert bei deinem Baby unglaublich viel:
dein Baby lernt sitzen, krabbeln oder sich hochzuziehen
es nimmt seine Umwelt viel bewusster wahr
das Gehirn arbeitet auch nachts auf Hochtouren
> Schaue dir dazu auch gerne meinen Blogartikel zu den 5 Schlafregressionen an
Studien zeigen, dass solche Entwicklungsschübe häufig mit unruhigerem Schlaf einhergehen – nicht, weil etwas falsch läuft, sondern weil sich gerade viel sortiert.
Die Trennungsangst deines Babys ist ein Zeichen gesunder Bindung
Mit etwa 8 Monaten versteht dein Baby:
„Mama oder Papa sind eigene Personen – sie können auch weg sein.“
Diese neue Erkenntnis führt oft dazu, dass dein Baby nachts häufiger überprüft:
Bist du noch da?
Bin ich sicher?
Nächtliches Aufwachen ist in dieser Phase kein Rückschritt, sondern ein wichtiger Schritt in der emotionalen Entwicklung.
Hunger, Gewohnheit oder Nähebedürfnis - warum wacht mein Baby nachts auf?
Viele Eltern fragen sich, ob ihr Baby nachts wirklich noch Hunger hat oder ob es aus Gewohnheit aufwacht. Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich das in diesem Alter nicht klar voneinander trennen, denn Hunger, Nähe und Regulation sind beim Baby noch eng miteinander verbunden, besonders nachts.
Mit 8 Monaten ist das Nervensystem deines Babys noch nicht vollständig ausgereift, sodass es beim Übergang zwischen Schlafzyklen häufig Unterstützung braucht, um wieder in den Schlaf zu finden. Stillen, Trinken, Saugen oder Körperkontakt erfüllen dabei mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie wirken beruhigend auf das Nervensystem, senken Stress und vermitteln Sicherheit.
Studien zeigen, dass Babys diese Formen der Unterstützung nicht „aus Gewohnheit“ einfordern, sondern als biologisch sinnvolle Strategie zur Selbstregulation nutzen. Nachts ist dein Baby emotional sensibler und weniger belastbar als am Tag – das Bedürfnis nach Nähe hilft ihm, sich zu orientieren und schneller wieder zu entspannen. Wiederkehrende Abläufe bedeuten in diesem Zusammenhang nicht, dass du deinem Baby etwas Falsches angewöhnt hast, sondern dass es gelernt hat, wie es Sicherheit findet. Solange diese nächtliche Begleitung deinem Baby hilft und für dich tragbar ist, gibt es aus entwicklungspsychologischer Sicht keinen Grund, sie aktiv zu verändern.
Wenn Du aber darunter leidest, dann ist das auf jeden Fall einen Grund etwas zu ändern, gerne helfe ich (Denise Schindler, zertif. Babyschlafberaterin) Dir, auf sanfte Weise dabei.
Buche Dir dazu gerne hier Deine kostenfreie Erstanalyse und wir schauen uns gemeinsam eure Situation an.
Wachphasen, Tagschlaf & Schlafdruck – warum sie nachts so entscheidend sind
Ein häufig unterschätzter Grund, warum ein Baby mit 8 Monaten nachts häufig aufwacht oder nicht durchschläft, sind nicht passende Wachphasen und ein unausgeglichener Tagschlaf.
In diesem Alter kann das Nervensystem noch nicht selbstständig regulieren, wann „genug Müdigkeit“ für längere Schlafphasen vorhanden ist. Stattdessen ist dein Baby darauf angewiesen, dass sich Wachzeiten, Schlafdruck und Erholung tagsüber in einem guten Gleichgewicht befinden.
Zu kurze Wachphasen
Sind die Wachzeiten zwischen den Schlafphasen zu kurz, baut sich nicht genug Schlafdruck auf. Dein Baby wirkt vielleicht abends müde, findet aber nachts schwer in tiefere Schlafphasen und wacht häufiger auf.
Zu lange Wachphasen
Werden Wachphasen dagegen zu lang, gerät dein Baby in eine Übermüdung. Das Stresshormon Cortisol steigt an, was das Ein- und Durchschlafen deutlich erschweren kann. Übermüdete Babys schlafen oft unruhig und wachen nachts schneller wieder auf.
Der Tagschlaf als Grundlage für die Nacht
Auch der Tagschlaf spielt eine wichtige Rolle:Zu viel Schlaf am Tag kann die Nacht verkürzen – zu wenig Tagschlaf führt dagegen oft zu einem unruhigen Nachtschlaf. Ziel ist kein starres Schema, sondern ein altersgerechter Rhythmus, der sich am individuellen Bedürfnis deines Babys orientiert.
Warum dein Baby mit 8 Monaten nicht durchschlafen muss
Es gibt keinen wissenschaftlichen Anspruch darauf, dass ein Baby in diesem Alter durchschläft.
Durchschlafen ist:
kein Trainingsziel
kein Zeichen guter Erziehung
kein Maßstab für Entwicklung
Studien zeigen im Gegenteil:
Babys, die feinfühlig begleitet werden, entwickeln langfristig eine stabile Selbstregulation – auch im Schlaf.
👉 Schlaf entwickelt sich über Beziehung, nicht über Kontrolle.
5 sanfte Möglichkeiten, wie du dein Baby beim Schlaf unterstützen kannst
Diese Impulse sind keine Anleitung zum Durchschlafen und keine Checkliste, die du „abarbeiten“ musst. Sie sollen dir helfen, den Schlaf deines Babys besser zu verstehen und euren Alltag so zu gestalten, dass er sich für euch stimmig anfühlt.
1. Vorhersehbarkeit statt starrer Routinen
In meiner Beratung erlebe ich häufig, dass Eltern das Gefühl haben, alles müsse zur gleichen Uhrzeit ablaufen, damit Schlaf „funktioniert“. Für Babys ist jedoch nicht die Uhrzeit entscheidend, sondern Wiedererkennbarkeit. Ein ruhiger Abend mit ähnlichen Abläufen, einer vertrauten Atmosphäre und klaren Übergängen hilft deinem Baby, sich innerlich auf die Nacht einzustellen – auch wenn der Tag mal anders verläuft. Schlaf entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Sicherheit.
2. Dein Baby beim Einschlafen zu begleiten darf bleiben
Viele Eltern kommen mit der Sorge zu mir, sie würden ihr Baby „abhängig machen“, wenn sie es beim Einschlafen begleiten. Die Forschung zeigt jedoch klar: Babys, die feinfühlig begleitet werden, schlafen nicht schlechter – sie erleben weniger Stress. Dein Baby lernt Sicherheit zuerst mit dir, nicht allein. Einschlafen ist kein Moment, in dem dein Baby etwas leisten muss, sondern ein Übergang, den es in Beziehung bewältigt.
3. Den Tagschlaf liebevoll und individuell betrachten
Mit etwa 8 Monaten brauchen viele Babys zwei bis drei Tagschlafphasen, doch das Schlafbedürfnis ist sehr unterschiedlich. Statt zu fragen, wie lange dein Baby schlafen sollte, ist oft hilfreicher zu beobachten, wie es einschläft, wie es aufwacht und wie es sich danach fühlt. In meiner Arbeit geht es nicht darum, Schlaf zu optimieren, sondern Übermüdung und Überforderung zu vermeiden – auf eine Weise, die zu eurem Alltag passt.
4. Nächte ruhig halten – ohne etwas „abzugewöhnen“
Nächtliches Aufwachen gehört zur Entwicklung. Wenn dein Baby nachts Unterstützung braucht, darf diese ruhig, leise und unspektakulär sein. Wenig bis kein Licht, wenig Ansprache und eine klare, liebevolle Präsenz helfen deinem Baby zu verstehen: Es ist Nacht – und ich bin sicher. In meiner Haltung geht es nicht darum, nächtliche Bedürfnisse zu reduzieren, sondern sie so zu begleiten, dass Schlaf wieder möglich wird.
5. Deine Erwartungen dürfen sich entspannen
Ein zentraler Teil meiner Arbeit ist es, Eltern zu entlasten. Dein Baby schläft nicht schlecht, weil es nachts aufwacht – es schläft altersgerecht. Schlaf entwickelt sich in Phasen, nicht linear, und er ist eng mit Bindung und Reifung verbunden. Wenn du beginnst, Schlaf nicht als Ziel, sondern als Prozess zu sehen, entsteht oft genau dort wieder mehr Ruhe – bei deinem Baby und bei dir.
Wann es sinnvoll sein kann, Unterstützung beim Schlaf deines Babys zu suchen
Wenn:
dein Baby sehr häufig aufwacht
du dich dauerhaft erschöpft fühlst
Schlaf für euch zu einem Belastungsthema geworden ist
… kann eine individuelle, bindungsorientierte Schlafberatung helfen, euren ganz eigenen Weg zu finden – ohne Schlaftraining und ohne starre Programme.

Meine Name ist Denise & ich bin zertifizierte Schlafberaterin.
Gerne begleite ich dich dabei, den Schlaf deines Babys besser zu verstehen und Lösungen zu finden, die zu euch passen – bindungsorientiert, entwicklungsnah und ohne starre Methoden.
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